Mercedes Startprobleme diagnostizieren W201, W202, R170
Ratgeber: Typische Startprobleme bei Mercedes-Benz Youngtimern
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Wenn ein klassischer Mercedes mit Stern nicht anspringen will, stehen Hobbyschrauber oft vor einer Herausforderung. Bei älteren Triebwerken wie dem M102 im W201 oder den moderneren M111 und M104 Aggregaten im W202 und SLK R170 unterscheidet sich die Fehlersuche grundlegend von modernen Fahrzeugen. Während aktuelle Autos jede Kleinigkeit im Fehlerspeicher ablegen, muss hier noch mit logischer Systematik vorgegangen werden. Grundsätzlich benötigt jeder Verbrennungsmotor drei Kernkomponenten, um erfolgreich zu starten: Einen kräftigen Zündfunken, die richtige Menge Kraftstoff zur exakten Zeit und ausreichend Bordspannung.
Symptom 1: Der Motor orgelt kräftig, startet aber nicht
Dieses Fehlerbild tritt in der Schrauber-Praxis besonders häufig auf. Die mechanische Drehung des Anlassers beweist, dass die Batterie und der Startermotor vollkommen intakt sind. Bleibt der Motor dennoch stumm, liegt die Ursache meist im Kraftstoffsystem oder der Zündanlage.
Das Überspannungsschutzrelais (ÜSR) beim W201
Das berüchtigte ÜSR sitzt beim Baby-Benz hinter der Batterieabdeckung und schützt die empfindliche Elektronik. Sind die internen Kontakte gealtert oder weisen Haarrisse auf, erhält das Motorsteuergerät keinen Strom. Die Folge: Der Wagen orgelt endlos, da die elektronische Kraftstofffreigabe der KE-Jetronic blockiert ist. Prüfen Sie in diesem Fall stets zuerst die Schmelzsicherungen unter der transparenten Kunststoffkappe des Relais.
Der tückische Kurbelwellensensor beim W202 & SLK R170
Ein defekter Kurbelwellensensor (OT-Geber) ist ein echtes Phänomen. Stirbt dieses Bauteil, liefert es kein Signal mehr an das Steuergerät. Da das Auto denkt, der Motor stünde absolut still, blockiert es sowohl den Zündfunken als auch die Einspritzung. Das Gemeine: Diagnosegeräte melden hierbei oft fälschlicherweise, dass kein Fehler vorliegt, da kein unplausibles, sondern schlicht kein Signal gemessen wird.
Symptom 2: Absolute Stille oder nur ein Klacken beim Schlüsseldreh
Bleibt das Triebwerk beim Umdrehen des Zündschlüssels völlig lautlos, liegt das Problem im elektrischen Starterkreis oder der Spannungsversorgung begründet.
Batterie-Unterspannung & Steuergeräte-Spuk
Besonders die Steuergeräte im SLK R170 und W202 reagieren extrem empfindlich auf absinkende Spannungen. Bricht die Batterie beim Startversuch unter 10 Volt ein, schalten die Systeme ab. Ein lautes Klack-Klack-Klack im Motorraum deutet darauf hin, dass der Magnetschalter des Anlassers zwar anzieht, der Strom jedoch nicht ausreicht, um den schweren Startermotor zu drehen.
Sicherheitssperre durch den Wählhebelpositionsschalter
Besitzt dein Mercedes-Klassiker ein Automatikgetriebe (wie das robuste 722.6 Getriebe), blockiert das Steuergerät den Anlasserstrom aus Sicherheitsgründen, wenn kein Park- (P) oder Leerlaufgang (N) erkannt wird. Ist dieser Schalter defekt oder korrodiert, bleibt das Fahrzeug stumm, obwohl die Lichter im Tacho hell leuchten. Ein bewährter Praxistipp ist es, den Wählhebel bei getretener Bremse energisch durchzuschalten und einen Startversuch in der Getriebestellung "N" zu wagen.
Wenn die Pumpe nicht summt, schaltet das KPR (beim W202/SLK oft im Beifahrerfußraum oder Kofferraum beim Sicherungskasten) nicht durch. Falls ein Fehlercode vorliegt, diesen auswerten (z. B. Nockenwellensensor).
Mercedes Startprobleme diagnostizieren W201, W202, R170
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